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Mittwoch, 17. September 2014

Wochenplan - herbstlich.


Seit Sonntag habe ich eine neue, eigene Zeitrechnung aufgemacht. Im Schwarzwald ist es schon einige Grad kühler als hier im noch spätsommerlichen Kraichgau. Dort wachsen große, schöne Fliegenpilze auf den saftigen Wiesen. Schafe weiden eifrig und Hühner picken lustig nach Löwenzahn und Grashalmen. Ein frisches, noch warmes Ei aus dem Stall holen zu dürfen, ist jetzt für meinen Sohn der Hauptspass. Aus seinem Zimmerfenster schaut er nun nicht mehr auf die wunderbare Kraichgauer Landschaft, sondern auf die lichte Weide und den schwarzen Wald. 
Wir sehen fröhliche Kinder aus Dachluken winken. Ich winke zurück - klammheimlich ist da noch eine winzige Träne im Auge. Die wische ich weg. Er wird es gut haben. Und eines Tages wird er zu uns zurück kommen.


Wochenplan - herbstlich.

1. Feldsalat-Cremesuppe

2. Ratatouille-Pastete, überbacken mit Béchamelsauce

3. Wirsingwickel in Steinpilzsauce

4. Dinkel-Hähnchen-Salat

5. Semmelknödel-Varianten mit Pilzsauce

6. Lachs - mit Lachsmousse gefüllt - an Mangosauce

7. Ravioli mit süßer Ricottafüllung und Lamm-Tomaten-Ragout


Und etwas Spontanes, Kreatives, Ungeplantes aus den roten Sternrenetten aus unserem Garten. Apfelkuchen. Apfelstrudel. Apfelcrumble. Apfelmus.






Und ein stilles Gebet in der Letzenbergkapelle. Auf dem Jakobsweg. Die Kleinen rennen voller Freude immer um die Kapelle herum. Wolf und ich sitzen auf der Bank davor und sehen ihnen zu. Der Wein wächst in dunklen, vollen Trauben hinter uns am Hang. 


Wir besteigen den Six-Flowers-Mountain. Gemeinsam - nicht allein. Ohne Sauerstoffgerät. 


Freitag, 12. September 2014

Übern Tellerrand: Mini-Amerikaner von LanisLeckerEcke für den Kaffeeklatsch bei uns im Garten

Liebe Yushka, 

ich kenne Dich und Deinen wundervollen Blog schon eine ganze Weile und habe deine Freitags-Gastblog-Aktion seit den Anfängen aufmerksam beobachtet. Es ist interessant wie sich aus einem kleinen Gedanken eine große Aktion entwickelt hat! Seit diesen Anfängen wollte ich bereits als Gastblogger bei Dir zu Besuch sein - allerdings haben mich Haushalt, Kiddies und Termine bisher davon abgehalten (ganz ehrlich wie schaffst DU das??? - ich bewundere Dich für die Lässigkeit mit der Du Deinen Haushalt schmeißt ^^). 

Nun aber endlich hat es geklappt. Eigentlich wollte ich ja Suppe oder Eintopf mitbringen, aber letztlich habe ich mich dann doch für Mini-Amerikaner entschieden. Die sind klein und rund und mit einem Haps - ne warte, keine Schleichwerbung hier ^^. 



Also auf gehts: 

Für 12 - 16 Mini-Amerikaner

80 g Butter
90 g Zucker
1 Pkg. Vanille-Zucker
1 Ei
1 Prise Salz
75 ml Milch
1/2 TL Natron
200 g Mehl
1 Zitrone
1 Pkg Puderzucker

Die Butter mit Zucker, Vanillezucker und Salz schaumig schlagen, dann das Ei unterrühren. Die Milch zufügen und kurz unterrühren. Das Mehl mit dem Natron mischen und nach und nach zugeben. 

Mit 2 Löffeln kleine Bällchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben. Dabei unbedingt Abstand lassen, weil der Teig noch auseinander läuft.

Die Amerikaner bei 180°C etwa 10-15 Minuten lang backen bis sie leicht angebräunt sind. Auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen. 

Aus Zitronensaft und Puderzucker einen dickflüssigen Guss anrühren, evtl. noch etwas Wasser dabei verwenden. Die glatte Seite der Amerikaner großzügig mit dem Guss bestreichen. Nach Belieben kann noch mit Toppings gearbeitet werden - Herzen, Kugeln ... - erlaubt ist was gefällt :).



So und jetzt schnapp ich mir Dich und Deine Kids und wir setzen uns virtuell in Deinen Garten und genießen diese leckeren kleinen Dinger! *drückdich*

***

Liebe Henriette, vielen Dank für deinen süßen Gastbeitrag, der sicher jedes Kinderherz in Verzückung bringt - sei es am Geburtstag oder einfach an einem sonnigen Herbsttag, für den sich Freundinnen mit ihren Kindern zum Spielen verabredet haben... lässig lasse ich für solche Ablenkungen meinen Haushalt links liegen...

Liebe Leserinnen und Leser, jetzt hat die liebe Henriette uns doch vor lauter Verzieren nicht einmal verraten, wie ihr Blog heißt! Sie bloggt seit 2013 auf LanisLeckerEcke und da hat sich seitdem schon viel Süßes, aber auch Herzhaftes angesammelt. Wunderbar süß und für mich unwiderstehlich sind ihre Buchteln mit Marmelade und saulecker ist eins meiner Lieblingsgerichte Himmel und Erde, das die erwachsene Henriette dann doch mal versuchen wollte, obwohl ihr neunjähriges Ich das gar nicht appetitlich fand. 
Henriettes schreibt mit großer Offenheit und Ehrlichkeit über ihre Koch- und Backerlebnisse und es ist toll zu sehen, wie ihr Blog sich entwickelt. Ich glaube, wenn sie endlich ihren neuen Ofen hat, wird ihre Backabteilung geradezu explodieren!

Fürs Wochenende wünsche ich euch allen jetzt wie immer viel Spaß beim Stöbern auf LanisLeckerEcke und süßes Vergnügen am Kaffeetisch! Setzt euch einfach zu uns... 
Eure Yushka

Mittwoch, 10. September 2014

Kulinarische Entdeckungen im Kraichgau, ein versteckter Wochenplan und der nahende Abschied.



Die letzte Ferienwoche ist angebrochen - der Spätsommer hat uns noch einige sehr warme und sonnige Tage geschenkt. Zwischen Vorbereitungen auf die Schulzeit, Besuchen in der Klinik und den üblichen alltäglichen Verpflichtungen nehmen wir uns jeden Tag die Zeit, um mit den Kindern möglichst viel Schönes zu unternehmen. Ausflüge in die wunderbare Landschaft des Kraichgau, nach Neckargemünd und Heidelberg und auch einfach so mal kurz um die Ecke, aufs Feld, zum Sportplatz, ins Dorf stehen auf dem Plan.
Ich bereite Flammkuchen zu, koche Sommer-Dinkel-Linsen-Minestrone, einfache Pasta mit Pesto und Parmesan, brate Kürbispfannkuchen und Reibekuchen und backe eine würzige vegetarische Lasagne. Auch ein Rinderbraten mit Gemüse und Kartoffeln darf nicht fehlen - Sonntage sind besondere Tage. Zwischendurch gibt es allerlei Varianten aus den Äpfeln, die immerzu vom Baum purzeln: Apfelkompott, Apfelstrudel, Apfelkuchen.


Johannes ist inzwischen bei mir in die Lehre gegangen und hat während der Ferien jeden Tag unser Brot gebacken. Er hat viele Erfahrungen mit Hermann, unserem Sauerteig, gesammelt und ist jetzt in der Lage, mein Hausrezept abzuwandeln und absolut selbständig und ohne meine Hilfe wunderbares Brot zu backen. Selbst das Einschneiden gelingt ihm schon wirklich sehr gut. Ich bin so stolz auf ihn!!!



Gekaufte Pasta schmeckt mir nicht mehr, seitdem ich weiß, wie gut sie hausgemacht schmecken kann. Trotzdem kaufe ich jede Woche Spaghetti, weil es immer mal einen Tag gibt, an dem wir keine Lust oder Zeit haben, mit viel Aufwand zu kochen und vor allem, weil Wolf Spaghetti liebt. Dieses Mal habe ich die feinsten genommen, die ich kriegen konnte - Bioland lässt grüßen. Und sie haben tatsächlich sehr gut geschmeckt - auch die Kinder haben den Unterschied sofort bemerkt.


Ab und zu fahren wir zum Stift Neuburg bei Heidelberg. Dort leben noch einige Mönche und auf ihrem großen Hofgut gibt es auch einen Klosterladen, der ausgezeichneten Käse aus eigener Herstellung anbietet. Am besten haben uns bisher der Lustige Abt und der Ziegenmax geschmeckt - die Kinder essen diesen Käse so gern wie Schokolade, ich schwöre! Wer einkehren möchte, kann dort sehr idyllisch auch im Biergarten des Klosterhofs sitzen.


Die Klosterkühe gehören zu den glücklichen - sie weiden auf einer grünen Aue und haben obendrein einen herrlichen Ausblick auf den Neckar. Das macht sich deutlich im Geschmack bemerkbar... 


In der Klosterkirche zünden wir jeder eine Kerze für unseren Kranken an und halten einen Moment Andacht. Draußen wartet üppig der Feigenbaum an der Kirchenwand auf unsere Bewunderung. Die Feigen reifen noch. Ich denke daran, dass alles im Fluss ist. Mein kleiner Feigenbaum in unserem Garten wird eines Tages so groß sein wie dieser hier. Und er wird Frucht tragen.


Ich experimentiere mit verschiedenen Frühstücksrezepten herum - in den Ferien lassen wir uns viel mehr Zeit für ein gemütliches Frühstück und oft haben auch meine beiden großen Töchter Ideen, was es zum Frühstück geben könnte - vor kurzem haben sie Waffeln gebacken, was die Kleinen dann mit einem wahren Freudengeheul begrüsst haben. Wenn der Feigenbaum bei uns fruchtet, wird es im Sommer saftige Feigen frisch vom Baum geben und im Winter süße getrocknete Früchte fürs tägliche Müsli.


Auch immer beliebt ist der Ausflug in die Malscher Weinberge zur Letzenbergkapelle - eine Wallfahrtskapelle des Jakobswegs - mit anschliessendem Besuch auf dem außergewöhnlichen Spielplatz in Malsch. Noch toller und als krönenden Abschluss sind wir diesmal mit den Kindern in die Besenwirtschaft Reblaus des Weinguts Bös eingekehrt und haben dort deftig eine Runde Flammkuchen inmitten der Apfelbäume gespeist.


Und schließlich: Heidelberg, du Feine! Bei den italienischen Eisdielen auf der Hauptstrasse oder ganz besonders in der Bio-Eismanufaktur in der Kleinschmidtstrasse Nummer Eins schlecken wir gerne alle ein Eis. Beim Italiener gibt es so wunderbare Sorten wie Snickers-Eis oder Ricotta, Fleur-de-Sel-Eis oder Trüffel. In der Eismanufaktur haben wir jeder unsere Lieblingssorte: Sophie schwört auf Mandel, ich schwöre auf die Kreationen mit Ingwer, bei Dorothea ist Schokolade immer die erste Wahl, Wolf probiert sich durch alle Sorten, die er noch nie probiert hat und der Kleinste liebt Erdbeer. Die Eismanufaktur hat übrigens auch einen Ableger oben in der Gaststätte im Stift Neuburg.


Die Ferien gehen zu Ende. Am Freitag werden wir unser krankes Kind endlich aus der Klinik holen. Er darf dann zwei Tage bei uns bleiben und am Sonntag werden wir ihn alle zusammen in eine ausgezeichnete therapeutische Einrichtung im Schwarzwald bringen. 
Mein Herz ist schwer wie Blei und ich wache jeden Tag auf mit einem gewaltigen innerlichen Schrei. Aber ich muss und will diesen Weg für mein Kind gehen und werde ihn stark und mit dem Vertrauen beschreiten, dass er dort endlich gesund werden wird. Und mit dem Vertrauen, dass er eines Tages wieder zu uns zurückkehren wird. 
Alles fliesst.

Freitag, 5. September 2014

Übern Tellerrand: Eine himmlische Birnen-Rotwein-Galette von 52 Plates of Delight


Es ist nun schon ein bisserl her, dass ich Post von Yushka bekommen hab’. Post über die ich mich super gefreut hab’ und nun komm’ ich auch endlich dazu angemessen darauf zu antworten. Sie hat mich eingeladen ihr Gast zu sein und die Frage, was man als guter Gast so mitbringen soll, die beantwort’ ich mir ganz frech einfach mal selbst: „’WAS SÜßES!“ Ich hoff’, du freust dich, liebe Yushka, wenn ich auf deiner virtuellen Türschwelle mit einer Birnen-Rotwein-Galette steh’.

Gebacken hab’ ich sie in meiner 52 Plates of Delight Küche, in der jede Woche ein neues Rezept kreiert wird. Für Yushka hab’ ich also eine kleine Ausnahme gemacht und eines dazwischen gemogelt. In besagter Küche geht es um die Leidenschaft zum Kochen und natürlich auch zum Essen – kurz um Zeit zum Genießen.


Damit dem Genuss also nix mehr im Wege steht, gibt’s das Rezept für einen Vorboten des Herbst, der für gemütliche Wärme sorgt:

230 g Mehl
20 g Staubzucker (Puderzucker)
100 g kalte Butter
Prise Salz
Mark einer Vanilleschote
50 ml kaltes Wasser

Alle Zutaten werden miteinander zu einem glatten Teig verknetet, der für eine Stunde in den Kühlschrank kommt.

3-4 Birnen
2 Gläser Rotwein (nicht bis zum Rand gefüllt)
6 Kardamomsamen
1 Zimtstange
3 EL Zucker
3-4 EL Semmelbrösel (Paniermehl)

Pflanzenöl
geröstete und gehackte Haselnüsse
Staubzucker zum Bestreuen

(Diese Menge reicht für zwei Galettes.)

In einem Topf werden Rotwein, Kardamom, die Zimtstange und Zucker erhitzt – aber Vorsicht, nicht dass der Alkohol verkocht! Die Birnen werden in der Zwischenzeit geschält und in Spalten geschnitten, so kommen sie in die Rotweinmischung, die schon vom Herd genommen wurde. Ist die Stunde Kühlung vorbei, wird der Teig halbiert, rund ausgerollt und mit den Semmelbröseln bestreut. Aber so, dass etwa 3cm Rand bleiben. Auf den Semmelbröseln werden die Birnenspalten aufgefächert. Etwas vom warmen Rotwein noch drüber und schon werden die Ränder hoch geklappt und mit etwas Öl bestrichen. So kommt die Galette bei 170° Heißluft für 30-40 Minuten in den Ofen. Bei etwa der Hälfte der Backzeit gibt man wieder löffelweise etwas von der zurückgebliebenen Rotweinmischung auf die Birnen. Selbiges passiert mit dem letzten Rest, wenn die Galette den Ofen verlässt. Etwas auskühlen lassen und mit Haselnüssen und dem Staubzucker bestreuen.



Liebe Yushka, ich hoff’ mein Gastgeschenk findet Gefallen oder besser Geschmack und versüßt dir und deinen Lesern den Start in die regnerischen Herbsttage. Danke, dass ich dich besuchen durfte!

***

Liebe Marlene, ich freue mich sehr, dass ich dich heute hier begrüßen darf - umso mehr, als du mit einer so verführerischen und so himmlisch herbstlichen Galette gekommen bist! Deine Fotos sind eine wahre Augenweide und ich lobe die nächtliche Stunde, in der ich deinen wunderbaren Blog entdeckt habe! Herzlichen Dank für deinen Besuch! Es ist mir eine Ehre!

Liebe Leserinnen und Leser, wieder einmal darf ich euch einen ganz besonderen Blog ans Herz legen - ich bin begeistert allein von den fantastischen Fotos, die Marlene uns auf ihrem Blog 52 Plates of Delight präsentiert. 
Aber nicht nur ihre Fotos, auch ihre Rezepte und ihre Art zu erzählen haben mich sofort fasziniert und da konnte ich nicht anders, als sie gleich anzuschreiben und sie zu bitten, sich hier vorzustellen. 
Ihr Blog gefällt mir so gut, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll zu loben - am ehesten könnte ich wohl schreiben: Gehet hin und entdecket sie! Ihr werdet ebenso fasziniert sein wie ich, da bin ich sicher! 
Da ich aber ja doch meine Empfehlungen abgeben will - wie immer - lege ich euch als erstes ihre Rezepteübersicht ans Herz - so wunderbar habe ich das sonst nur noch bei Mimi Thorisson gesehen - diese herrlichen Bildchen machen schon so eine Lust, den ganzen Blog zu durchstöbern - einfach der Wahnsinn! Besonders toll fand ich den Marillencheesecake, die herbstlichen Zwetschkennudeln mit Hollerröster und nicht zuletzt ihr von Oma übernommenes Rezept für die Krautfleckerl. Haaaaaach!!! Einfach nur toll! 
Ich sag euch: Nehmt euch eine gute Tasse Kaffee oder Tee und macht es euch jetzt mal so richtig gemütlich und dann geniesst eure Entdeckungsreise in eine wunderbare Welt...
Ich bin dann auch mal weg...
Eure Yushka

Mittwoch, 3. September 2014

Reineclauden-Apfel-Schnecken mit einem Hauch Zimtzucker


Es ist herbstlich geworden im Kraichgau. Die Bäume beginnen sich zu verfärben, es ist kühler und weniger sonnig. Die letzten beiden Ferienwochen sind angefüllt mit letzten Besorgungen, Verschönerungsarbeiten rund um Haus und Garten und Ausflügen in die Umgebung.
Unser Frühstück fällt daher immer üppig aus - erst einen Latte Macchiato für die Großen und Kakao für die Kleinen, dann ein schönes Früchte-Müsli und schließlich etwas frisch Gebackenes - so wie diese Reineclauden-Apfel-Schnecken mit einem Hauch Zimtzucker. Reineclauden und Äpfel - beides fällt uns vor die Füße, wenn wir den Garten betreten. Ich habe geerntet und eingekocht, was das Zeug hält. Und mit der Reineclauden-Apfel-Marmelade hab ich diese Schnecken verschönert, fruchtisiert, verapfelt, verclaudiert. Himmlischer Herbst!



Die Schnecken sind eine einfache Abwandlung ganz normaler Zimtschnecken: Man bereite einen samtigen Hefeteig, bestreiche ihn mit der hausgemachten Reineclauden-Apfel-Marmelade, rolle ihn zu Schnecken und beträufle ihn mit etwas zerlassener Butter. Schließlich kann man obenauf noch etwas Zimtzucker streuen - das karamellisiert so schön.


Diese zwei Pferdchen lieben die natürlichen Äpfel der Streuobstwiesen im Kraichgau ebenso wie wir. Bei unseren Wanderungen durch die wunderbare Landschaft finden wir Äpfel, Nüsse, Zwetschgen oder Birnen - und Wein! Die goldene Herbsteszeit - wie goldene Glocken hängen die Birnen und leuchten.



Ein Hohlweg - irgendwo zwischen den Feldern bei Zuzenhausen. Die Eiszeit hat ihn hinterlassen - Schnecken und Nüsse, Stöcke und weiße Gewölle. Ein Hochsitz. Wir wandern hindurch wie Zwerge.


Wieder am Feldrand empfängt uns ein Bauer auf einem leuchtend roten Traktor - er wendet sein Heu. Jonathan sammelt Stöcke und Steine. Dorothea sammelt Walnüsse. Wir Eltern tuckern den Kindern hinterher - hier ist die Luft nicht so gut wie am Meer, aber immerhin.



Der rote Traktor, die Äpfel, die Pflaumen. Die Reineclaudenschnecken. Alles wie gemalt.


Und schließlich ein See für die Angler. Ganz still. 


 Reineclauden-Apfel-Schnecken mit einem Hauch Zimtzucker

Zutaten: 
Für den Hefeteig:
370 g Milch
70 g Butter
1/2 Würfel Hefe
30 g Zucker
550 g Mehl
1 g Salz

Für die Füllung: 
etwas  (ca. 100 bis 150 g) hausgemachte Reineclauden-Apfel-Marmelade (ich koche dazu Reineclauden und Äpfel zu gleichen Teilen mit etwas Vanille, einem Schuß Marillenlikör und entsprechend Zucker ein - fragt mich bitte nicht nach einem genauen Rezept - ich hab das Einkochen improvisiert und hatte für die Schnecken jetzt eben das Glück, einfach ins Regal greifen zu können. Oder probiert einfach eure eigenen Marmeladen dazu aus - das wird sicher auch gut schmecken)
etwas zerlassene Butter (ca. 50 g)
etwas Zimtzucker (ca. 50 g)


Zubereitung: 

Mit Thermomix: 
Die Milch mit der Butter, der Hefe und dem Zucker in den Mixtopf geben und alles 2 1/2 Minuten auf Stufe 1 auf 37 Grad erwärmen.
Das Mehl und die Prise Salz hinzufügen und alles 30 Sekunden auf Stufe 5 verrühren. Die Mischung 2 1/2 Minuten auf Teigstufe zu einem geschmeidigen Hefeteig verkneten lassen.

Ohne Thermomix: 
Das Mehl in eine Schüssel geben. Eine Mulde formen und die handwarme Milch mit der zerbröckelten Hefe und etwas von dem Zucker hineingeben. Mit etwas Mehl vom Rand zu einem Vorteig verrühren und alles eine Viertelstunde ruhen lassen.
Die Butter in Flocken auf dem Mehlrand verteilen, den restlichen Zucker und das Salz hinzugeben und alles vom Mehlrand aus nach innen zu einem geschmeidigen Teig verkneten.


Der Hefeteig sollte kaum noch kleben und mit etwas Mehl auf der Arbeitsfläche sehr gut zu handhaben sein.
Den Teig zu einem Rechteck etwa in der Größe eines Backblechs ausrollen.
Die Marmelade aufstreichen und das Rechteck von der längeren Seite her aufrollen. 
Dann in etwa sechzehn Scheiben schneiden.

Die Schnecken auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen und mit der zerlassenen Butter bestreichen. Mit dem Zimtzucker bestreuen.
Bedeckt eine halbe bis eine Dreiviertelstunde gehen lassen - die Schnecken sollten sich deutlich vergrößert haben.
Währenddessen den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen und die Schnecken in etwa zwanzig bis fünfundzwanzig Minuten goldbraun und duftend abbacken.

Noch lauwarm mit einer guten Tasse Kaffee, Kakao oder Tee servieren. Wer mag, darf auch noch einen Hauch Puderzucker darüber stäuben...


Montag, 1. September 2014

Übern Tellerrand: Zuckersüße Schultütenkekse von Dynamite Cakes

Hallo liebe Sugarprincess-Leser,

ich bin Franzi von Dynamite Cakes und freue mich ganz dolle, dass ich Yushka und Euch heute besuchen darf. Vielen Dank, Yushka, für deine Einladung.
Ich habe Euch auch eine Kleinigkeit mitgebracht: Kekse. Eigentlich ist es eine Anleitung zum Kekse dekorieren. Aber das Beste daran ist, Ihr braucht keine besonderen Hilfsmittel dazu außer farbigen Fondant und Dinge, die Ihr sowieso schon zu Hause habt. Versprochen. Glaubt mir, Ihr habt alles da um ganz individuelle Kekse oder auch Torten zu gestalten. Es bedarf keinerlei besondere Ausstecher oder Formen.


Es ist Anfang September, und dies ist traditionell Einschulungszeit - daher wählte ich als Motiv die Zuckertüte. Oder sagt Ihr Schultüte? Wie heißen bei Euch die Tüten voller Leckereien, die den Schulstart versüßen?  
Könnt Ihr Euch an Euren ersten Schultag erinnern? Ich wurde genau vor 30 Jahren eingeschult – am 01. September 1984 war mein erster Schultag. Ein sonniger schöner Tag mit der ganzen Familie. Wow, ist das lange her, und mir ist als ob das grad erst gewesen ist.
Ok, zurück zu meiner versprochenen Anleitung, bevor ich noch sentimentaler werde.

Ihr benötigt fertig gebackene ausgekühlte Kekse. Nehmt einfach Euer Lieblingsrezept dafür, oder wenn Ihr mögt, könnt Ihr gerne auch mein Rezept für Butterkekse ausprobieren. Weiterhin benötigt Ihr:
-      den Ausstecher, den Ihr für die Kekse benutzt habt
-      verschieden farbiges Fondant
-      Ausrollstab
-      Cutter bzw. Messer
-      Stift und ein Blatt Papier
-      Zuckerperlen
-      Pinsel und etwas Marmelade (oder Wasser)



1. Auf dem Blatt Papier zeichnet Ihr mit dem Stift die Umrandung des Ausstechers nach. Nun habt Ihr eine Vorlage der Größe Eurer Kekse entsprechend.
2. Innerhalb der Umrandung zeichnet Ihr Euer Motiv, hier: eine Schultüte. Die Verzierungen müssen nicht perfekt sein. Wichtig sind nur die äußeren Ränder.
3. Das Blatt Papier steckt Ihr in eine durchsichtige Hülle.
4. Rollt das Fondant so groß aus, dass Ihr mit dem Ausstecher, den Ihr für die Kekse benutzt habt, die Form ausstechen könnt. In meinem Beispiel ist es ein Kreis.
5. Diese ausgestochene Form wird auf der Unterseite mit Wasser oder Marmelade (ich nehme gerne Pfirsichmarmelade) bepinselt und mit der Marmeladenseite sanft auf den Keks gedrückt.


6. Für den Körper der Zuckertüte rollt anderes farbiges Fondant aus, hier: blau. Schneidet mit dem Cutter bzw. Messer eine Seite gerade ab, legt es mit der glatten Kante genau an eine glatte Seite des Motivs und wenn ihr es leicht anhebt, seht Ihr darunter, wo genau Ihr den zweiten Schnitt machen müsst.
7. So macht Ihr das auch mit der dritten Seite der Zuckertüte. Es muss nicht perfekt sein. Die Vorlage dient uns lediglich zur Größen-Orientierung.


8. Rollt etwas einer dritten Farbe Fondant aus, hier: orange. Dieses brauchen wir für das Zugebundene auf der Zuckertüte.
9. Ihr schneidet zwei Seiten ganz gerade ab, so dass ein rechter Winkel entsteht. Das Fondant wird mit dem rechten Winkel genau an eine Ecke der glatten Seite des Motivs angelegt.
10. Da man durch das Fondant nicht durchsehen kann, wir aber die zwei glatten Seiten haben, können wir nun auch die zwei andere Seiten abschneiden, so dass ein Viereck genau in der von uns benötigten Größe übrig bleibt.
11. Aus diesem Stück Fondant schneiden wir nun das obere Stück der Zuckertüte aus. Wer möchte kann sich das vorher mit einem Zahnstocher o.ä. eindrücken.



12. Beide Teile der Zuckertüte auf der Rückseite mit Marmelade einpinseln und auf den mit Fondant belegten Keks richtig zusammengefügt kleben.
13. Für die Schleife etwas vom gleichen farbigen Fondant zu einer Wurst rollen. Besser gesagt, zu einem sehr dünnen Faden rollen.
14. Wenn es die gewünschte Dicke hat, ein Stück abschneiden und auf den schmalen Bereich des oberen Teils der Zuckertüte kleben.
15. Zwei weitere dünne Stücke vom Fondantfaden abschneiden und jeweils zu einer Schlaufe biegen. Beide Schlaufen einfach auf den Fondantfaden an der Zuckertüte drücken. Das Fondant ist noch weich, und es reicht hierbei aus, wenn die Schlaufen leicht angedrückt werden. Das klebt dann von allein.
16. Zwei weitere kleine Stück Fondantfaden abschneiden und direkt unterhalb der Schlaufen befestigen, so dass es wie eine Schleife aussieht.
17. Den Körper der Zuckertüte mit Zuckerperlen oder anderen Zuckerformen dekorieren. Fertig.

Mit dieser Puzzle-Methode sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Es lassen sich unabhängig von Ausstechern und fertigen Formen ganz schnell individuelle Motive gestalten. Man sollte nur aufpassen, dass das Originalmotiv nicht zu kompliziert ist. Dann kann es schnell zu einem Puzzle mit 1.000 Teilen werden.



Ihr lieben Sugarprincess-Leser, es hat mir Spaß gemacht, mit Euch zu basteln, und ich hoffe, Euch hat es auch gefallen. Yushka, danke für den leckeren Kaffee. War schön bei dir.

Eure Franzi

***

Liebe Franzi, herzlichen Danke für deinen tollen Besuch! Ich bin hin und weg von deinen herzigen Zuckertütenkekslein und bedaure es schon, dass ich dieses Jahr keine Gelegenheit habe, welche zu backen. Aber in zwei Jahren wird mein Jüngster dann sechs Jahre alt... da könnte es klappen!

Liebe Leserinnen und Leser! Ihr seht ja, dass Franzi weiß, wovon sie redet. 
Auf Dynamite Cakes findet ihr viel Süßes - darunter auch ihre wunderbare Kirschsuppe oder ihre himmlische Beerentarte mit Vanille-Joghurt-Schmand, aber auch herzhafte Produktionen, zum Beispiel diese tolle Karotten-Lasagne. Sie rezensiert gerne und hat sogar eine Gastabteilung zum Thema Rock'n'Roll!
Ich bin sehr gespannt, was Franzi noch so alles mit uns teilen wird und schicke euch nun ganz gemütlich rüber zum Schnuppern bei ihr zu Dynamite Cakes - euch allen ein super Wochenende - vielleicht ist ja tatsächlich jemand unter euch, der gerade eine Einschulung vorbereitet und die Kekse spontan noch ins Konzept einarbeitet?! Franzi und ich freuen uns, wenn ihr uns davon berichtet!!!

Süße Grüße - besonders an dich, liebe Franzi, 
Eure Yushka
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